Flossen

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Eine Flosse ist ein Antriebs- und Stabilisierungsorgan bei Fischen und Walen. Bei den Fischen gibt es Flossen mit Weich- und Hartstrahlen. Sie werden unterteilt in

  • Rückenflosse (Dorsale): befindet sich auf dem Rücken und dient primär der Stabilisierung der Bewegung des Fisches oder Wales. Berühmt sind die dreieckigen Rückenflossen der Haie
  • Schwanzflosse (Caudale): ist primär für den Vortrieb gedacht. Bei Betta splendens hat die Caudale (im Zusammenspiel mit den anderen Flossen) darüber hinaus eine wichtige Funktion beim Drohen und/oder Balzen.
  • Afterflosse (Anale): sie dient ebenso wie die Rückenflosse primär der Stabilisierung und Strömungsoptimierung.
  • Bauchflosse (Ventrale): wie Dorsale und Anale
  • Brustflosse (Pectorale): dient primär zum Steuern, Bremsen und als Stabilisator.
  • Fettflosse (bei Welsartigen (Siluriformes), Salmlern (Characiformes), Lachsartigen (Salmoniformes) und einigen weiteren Gruppen oder Arten). Sie dient ebenfalls der Stabilisierung.

Die Anzahl und Art der Flossenstrahlen ist häufig charakteristisch für eine Art und spielt deshalb eine wichtige Rolle bei deren Beschreibung und Bestimmung mit Hilfe der sogenannten Flossenformel. Die Flossenformel setzt sich aus dem ersten Buchstaben der lateinischen Flossenbezeichnung, der Anzahl der Hartstrahlen und der Anzahl der ungeteilten und geteilten Weichstrahlen zusammen. Hartstrahlen werden dabei mit römischen, Weichstrahlen mit arabischen Zahlen angegeben. Da Hartstrahlen und ungeteilte Weichstrahlen immer am Flossenanfang, die geteilten Weichstrahlen immer im hinteren Teil der Flosse stehen, läßt sich durch die Trennung mit einem Schrägstrich eine eindeutige Darstellung erzeugen. Ist eine Flossenart mehrfach vorhanden wird die Stellung der beschriebenen Flosse durch eine arabische Ziffer unmittelbar hinter dem Buchstaben angegeben.

Beispiele:

  • D I/5 - In der Rückenflosse folgen auf einen Hartstrahl fünf Weichstrahlen.
  • D2 3/9 - In der zweiten Rückenflosse folgen auf drei ungeteilte Weichstrahlen drei geteilte Weichstrahlen.
  • A II-III/5-7 - In der Afterflosse folgen auf zwei bis drei Hartstrahlen fünf bis sieben Weichstrahlen.
  • C II(-III)/7 - In der Schwanzflosse folgen auf zwei, in Ausnahmefällen drei, Hartstrahlen sieben Weichstrahlen.

Den Übergang vom Fischkörper in die Schwanzflosse bezeichnet mal als Schwanzstiel.

Die hartstrahligen Rückenflossen einiger Fische sind mit Giftdrüsen versehen (z.B. Petermänchen, Drachenkopf, Steinfisch, Indischer Rotfeuerfisch).

Die "Schwanzflosse" bei Walen heißt Fluke, die Brustflossen Flipper und die Rückenflosse wie bei den Haien Finne.

Weiterhin wird die Bezeichnung Flosse für den starren, unbeweglichen Teil eines Flugzeug - Leitwerks verwendet.


Weiterführendes Thema: Erklärung der Halbmond-Flossen nach dem EHBBC-Standard

Bei den Zuchtformen von Betta splendens unterscheidet man zwischen Langflossern und Kurzflossern (Plakat)



Zuordnung der einzelnen Flossen bei einem männlichen Betta splendens (Zuchtform)

Flossen bei einem männlichen Betta splendens

Zuordnung der einzelnen Flossen bei einem weiblichen Betta splendens (Zuchtform)
Flossen bei einem männlichen Betta splendens